November 10, 2009

News: ALICE IN WONDERLAND - Neues Poster

November 05, 2009

Kino: A CHRISTMAS CAROL

Unzählige Male wurde sie in Film und Fernsehen durch die Mangel gedreht, die Weihnachtsgeschichte um den mürrischen Misanthropen Ebenezer Scrooge, der am heiligen Abend Besuch von drei Geistern erhält und schließlich zu einem geläuterten Gutmenschen reift. Nur wenige der vielen Adaptionen und Variationen des Stoffes hielten sich jedoch so treu an die Vorlage wie die allerneuste Version des festlichen Belehrungsstückes aus dem Hause Disney.

"Eine Weihnachtsgeschichte" beruft sich also wieder auf die klassische Erzählung – sie wurde nicht wie so oft zu einem Musical oder einer Komödie variiert. Im Zentrum steht, natürlich, der grantige Geizhals Scrooge, der vom Geist der vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Weihnacht heimgesucht wird. Die wohl gesonnenen Gespenster reisen mit ihm zu Stationen seiner Kindheit und Jugend und eröffnen ihm schließlich den Blick auf sich und sein Umfeld, ehe sich Scrooge vom Menschenfeind zum gutherzigen Großväterchen besinnt.

Der durch die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie mit Zeitreisen vertraute Regisseur Robert Zemeckis verarbeitet die Charles-Dickens-Geschichte zu einem weihnachtlichen Motion-Capture-Blockbuster, in dem er wie bereits bei seinem "Polarexpress" und "Beowulf" die Bewegungen der Darsteller in computergenerierte Animationen überträgt. Dieses Abbild der Realität soll paradoxerweise wiederum realistisch wirken, was erneut zu der Frage führt, warum Zemeckis so sehr auf diesen Umweg schwört, statt die Geschichte nicht gleich herkömmlich zu inszenieren und das Geld in entsprechende Spezialeffekte zu investieren.

Denn das Ergebnis der digitalen Bilder ist genauso ernüchternd wie in den beiden formalen Vorläufern: Die Bewegungen sind staksig und ungelenk, die Augen der Figuren wirken unnatürlich und befremdlich, und die Gesichter erinnern in ihrer Plastizität an Wachsfiguren. Statt zu stilisieren, zu verfremden und damit auf das eigentliche Animationshandwerk – die Erschaffung von Bilderwelten aus dem Nichts – zurückzugreifen, imitiert die Technik eine Realität, die sie doch nie erreichen kann.

Schade also, dass auch "Disneys Eine Weihnachtsgeschichte" in der Motion-Capture-Sackgasse landet, denn Zemeckis bringt den Stoff ansonsten überraschend sorgfältig und sogar dialoggetreu auf die große Leinwand. Erstaunlich dabei vor allem, dass er sich viel Zeit lässt für die über- und in ihrer moralischen Schlichtheit auch durchschaubare Geschichte, dass er die Geisterbesuche nur wenig effekthascherisch in Szene setzt und sich stattdessen mehr auf die vielseitige Leistung seines Hauptdarstellers konzentriert.

Nachdem schon so unterschiedliche Schauspieler wie Michael Caine, Patrick Stewart oder Bill Murray in die Rolle des miesepetrigen Scrooge geschlüpft sind, übernimmt nun Blödelgesicht Jim Carrey den Part – und den der drei Weihnachtsgeister gleich noch mit. Carrey erweist sich als Idealbesetzung: Dass sein Scrooge eine enorme Präsenz hat, ist dabei mehr seinem mimischen und gestischen Können, denn der eigentlich schauspielfeindlichen Motion-Capture-Technik zuzuschreiben. Carrey schafft es zumeist gegen die bizarr-befremdliche Animation anzuspielen.

Die digitalen Gesichtsakrobatiken des Komikers bleiben dann auch der einzige Schauwert des Films, der die Geschichte eher spröde visualisiert. Zemeckis hält sich mit allzu überdrehten Actioneinlagen zwar zurück, was durch den verhaltenen Einsatz schneller Bewegungen vor allem dem 3D-Erlebnis zugute kommt (für das der Film konzipiert wurde), setzt aber auch keine optischen Schwerpunkte. Lediglich die Titelsequenz spielt auf eindrückliche Art mit räumlichen Verhältnissen.

Freunde der Dickensschen Originalgeschichte dürften hingegen nicht nur von der inhaltlichen und sprachlichen Vorlagentreue begeistert sein, sondern auch mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass Zemeckis sich für das Design des Films an den ursprünglichen Kupferstichen orientiert hat. Die drei Weihnachtsgeister schließlich wurden selten so exakt nach den Beschreibungen der Erzählung in Szene gesetzt. Umso enttäuschender, dass auch sie dank der sperrig-unschönen Motion-Capture-Bilder nie wirklich zum Leben erweckt werden – sondern so lieb- und seelenlos bleiben müssen wie alle Figuren.


40% - erschienen bei: gamona

November 01, 2009

Zuletzt gesehen: BLADE TRILOGY

Blade

Noch vor dem jüngsten Adaptionsboom populärer Comichelden packte Stephen Norrington den mittlerweile chronisch unterbeschäftigten Wesley Snapes in Lack und Leder, um ihn als Daywalker Blade gegen hungrige Großstadtvampire ins Feld ziehen zu lassen. Diese versteht der Film als nimmermüdes Partyvolk, das sich im Drogen- und Sexrausch seinen ständigen Lustfantasien hingibt. "Blade" ist physisches Actionkino, das vor allem daran interessiert ist, den männlichen Körper als alle (erotischen) Bedrohungen bewältigendes Machtinstrument zu inszenieren. Tiefschür- fendes über das Leben als Vampir oder die in Ansätzen verhandelte rassistische Kultur der Blutsauger vernachlässigt der überlange Film großzügig zugunsten schlecht gealterter CG-Einlagen und einer weitestgehend unterhaltsamen, wenn auch bemerkenswert dümmlichen Handlung.

50%



Blade II

Erst die Fortsetzung schöpft das zugegeben überschaubare Potential des Comichelden aus: In Guillermo del Toros "Blade"-Interpretation liegt der Schwerpunkt weniger bei den männlichen Fähigkeiten seiner Titelfigur, als auf einer komplexen Beziehungsstruktur seiner Gegner. Wie auch später in "Hellboy II" inszeniert del Toro die Bösewichte als durch familiäre Dysfunktionen gebrandmarkte, ambivalente Krea- turen, die er mit seiner leidenschaftlichen Vorliebe für phantastische Bildentwürfe ideen- und liebevoll in Szene setzt. Die Entscheidung, Blade eine Reihe von Kriegern zur Seite zu stellen, die eigentlich im Lager seiner ärgsten Feinde zu verorten sind, bietet dem Film dramaturgisch zudem ausreichend Entfaltungsraum und macht das Sequel zum spannenden Höhepunkt der Trilogie – trotz diverser Zugeständnisse an die Vorgaben des Vorgängers, darunter ausgedehnte Martial-Art-Kämpfe mit hippen Electrobeats zu unterlegen.

70%


Blade: Trinity

Für den dritten und mit relativer Sicherheit auch letzten Film der Serie nahm der Drehbuchautor der Vorgänger, David S. Goyer, das Zepter selbst in die Hand. Leider verschenkt der Film seinen Antagonisten, immerhin Dracula himself, grandios blöd und verlässt sich gänzlich auf die kaum vorhandene Coolness der sexy Blutsauger, die er mit einer abgestandenen, Filter durchtränkten Videoclipästhetik ins Bild setzt. Das berechenbare Casting von Ryan Renolds und Jessica Biel als Blickfang fürs Zielpublikum generiert dabei ebenso wenig Mehrwert für die dünnschichtige Handlung wie der Verzicht auf ideenreiche Actionchoreographien. "Blade: Trinity" ist dabei endgültig solide stupide Unterhaltung, die in ihrem grenzenlosen Sexismus die üblichen Strategien des Genres bemüht.

40%



Oktober 21, 2009

Kino: ORPHAN

Wenn sich Kinder im Horrorfilm plötzlich aus ihrer Unschuld lösen und zu unberechenbaren mörderischen Individuen verselbständigen, zählt das noch immer zu den unheimlichsten Tabus eines Genres, das eigentlich keine Tabus zu kennen vorgibt. Seit jeher war die Wendung der Engelsgesichter gegen ihre elterlichen Beschützer eine schöne Entfremdungs- metapher für gewaltsames Erwachsenwerden und den Bruch familiärer Konventionen.

Die sichere und schützende Selbstverständlichkeit unschuldiger Kinder wurde deshalb insbesondere im Kontext des sonst instabile Verhältnisse produzierenden Horrorgenres mehr bemüht als gebrochen – Kinder wurden zumeist als Instanz der Hoffnung, nicht Quelle des Bösen begriffen. Umso nachhaltiger wirkten die berüchtigtsten unter ihnen, die das Klischee braver Kinder gegen sich selbst wendeten: "Böse Saat" (1955), "Das Dorf der Verdammten" (1960) oder "Das Schloss des Schreckens" (1961) demonstrierten eindrücklich den Verlust heimeliger Sicherheit und erklärten Kinder zu Vorboten des Schreckens oder seinen unheimlichen Vermittlern.

Interessant dabei ist, dass sie in dieser Umkehrung, und sei sie noch so radikal, selten bis gar nicht auch zum Auslöser jenes Schreckens erklärt wurden – George Romero legitimierte die Mordlust der kleinen Monster in "Die Nacht der lebenden Toten" (1968) und "Dawn of the Dead" (1978) durch den Befall eines Zombievirus, und in den modernen Klassikern des Subgenres, "Der Exorzist" (1973) oder "Das Omen" (1976), fungieren Kinder mehr als Veräußerlichung eines Horrors, der teuflischen Ursprungs ist: Der Satan höchstpersönlich hat sich lediglich ihrer Körper bemächtigt.

"Orphan – Das Waisenkind" folgt dieser Tradition, wenn auch mit anderen Vorzeichen, hinter verdeckter Hand oder mithilfe eines überraschenden Schlusstwists. Es ist jedoch zunächst ein Film, der seine Verwandtschaft zum Phantastischen negiert und stattdessen eher die Nähe zum Psychothriller sucht. Dramaturgisch orientiert sich Jaume Collet-Serras zweiter Genrefilm nach seinem jüngsten "House of Wax"-Remake nämlich stark an den herkömmlichen Strukturen des Familienthrillers der späten 80er und frühen 90er Jahre, an Filmen wie "Eine verhängnisvolle Affäre" oder "Die Hand an der Wiege".

Auf entsprechend leisen Sohlen schleicht sich demnach das Grauen in die Familie der zweifachen Mutter Kate Coleman (Vera Farmiga). Nachdem sie eine Fehlgeburt während der Schwangerschaft mit ihrem dritten Kind erlitten hat, entscheiden sie und ihr Mann John (Peter Sarsgaard) sich zur Adoption der kleinen Esther (Isabelle Fuhrman), eines schüchternen, intelligenten Mädchens aus Russland. Das neue Familienglück währt jedoch nur kurz: Seltsame Vorfälle ereignen sich im Umfeld des Kindes, während Kates allmähliche Zweifel in ihrer Familie kein Gehör finden. Stück für Stück spielt der Film die blutigen Rachegelüste Esthers gegen die vermeintliche Paranoia ihrer Stiefmutter aus – bis zum schockierenden Ende.

Genüsslich tritt "Orphan" die Klischees des Genres breit, verteilt eindeutige Identifikationsangebote und manipuliert seine Handlung für durchsichtige Spannungsmomente: Hysterische Mutter vs. ungläubigem Ehemann, ein braves Adoptivkind, das selbst noch den offensichtlichsten Mord makellos zu vertuschen versteht und eine dramaturgische Schraube, die sich erst dann löst, wenn das Grauen nicht mehr aufzuhalten ist. Es sind die unverzichtbaren Zutaten aus der Mottenkiste: Doch lange hat sie kein Film mehr so clever bemüht, lange nicht mehr so effektiv für sich zu nutzen gewusst. Die Erzähllethargie und der Einsatz altmodischer Regieeinfälle wirken nun geradezu erfrischend in Zeiten ständiger Neuauflagen oder Remakes vom Fließband.

Nicht zuletzt, weil "Orphan" durch den Rückzug ins Private seinen Horror an einem Ort ansetzt, den viele Genrefilme schon längst wieder verlassen haben, den heimischen Bereich also, generiert er geerdeten, nachvollziehbaren Grusel – umso beklemmender die behutsame, stetig steigende Spannung, und umso schockierender die Kompromisslosigkeit seiner Attacken gegen die familiäre Keimzelle, die er drastisch und originell zu visualisieren versteht.

Dass er sich damit auch wieder auf die ideologischen Grundfeste des Genres stützt und die Familie als jeden Schrecken bewältigende Kraft ausweist, ist da nur selbstverständlich: Es ist ein im Kern reaktionäres Genre, das entsprechend gefüttert werden will. "Orphan" ist immerhin sehr ambitioniert darin, die Schwachstellen einer solchen Familie – eine furchtbare Fehlgeburt, die Alkoholsucht der Frau, das Fremdgehen des liebevollen Ehemannes – besonders auszuschmücken, damit es intrigante kleine Biester wie Esther auch umso einfacher haben, in sie einzudringen: Ja, ein wunderbarer Film.


70% - erschienen bei: gamona

Oktober 19, 2009

News: Upcoming Reviews


Demnächst Filmbesprechungen zu: "Orphan - Das Waisenkind" (Jaume Collet-Serra), "Whatever Works" (Woody Allen) und "Soul Kitchen" (Fatih Akin).

Oktober 18, 2009

News: SCHMELING - Teaser


Der Teaser zu King Uwe Bolls Max-Schmeling-Film mit Henry Maske. Worte sind überflüssig...

Oktober 11, 2009

Zuletzt gesehen: X-MEN ORIGINS - WOLVERINE

Nachdem Brett Ratner bereits den dritten "X-Men"-Film erfolgreich in den Sand setzte, stellt sich nun Gavin Hood beim Ausbau des Comic-Universums um die Prequel-Storys der Mutanten ambitioniert an, es ihm nachzumachen: Der im Titel verlautete Ursprung des Helden wird mit kurzen Animationen schon im Vorspann abgehandelt, um den Rest des Films mit permanenten Actioneinlagen auszuschmücken, die ihre Grundlage in einem rätselhaften Disput zwischen Wolverine und seinem Bruder Victor haben. Bemerkenswert, dass man am Ende dieser Franchise-Auskoppelung noch weniger über Wolverine zu wissen meint als vorher, dass der die Geschichte bildende Bruderkampf bis ins Detail unklar und unlogisch erscheint, und dass die Nebenfiguren allesamt noch ärgerlicher aus der Handlung kippen als im Vorgänger. Ein selten blöder Platzhalter übertriebener CGI, der in etwa so viel Seele besitzt wie eine glatt gespannte Green-Screen-Wand – nicht auszudenken, was Bryan Singer wohl daraus gemacht hätte.


25%

Oktober 09, 2009

Gewinnspiel: ORPHAN

Nach "The Children", die ihre Eltern aufs Garstigste attackierten, wütete auf dem Fantasy Filmfest dieses Jahr auch ein kleines perfides Waisenmädchen namens Esther. "Orphan – Das Waisenkind" von Jaume Collet-Serra, der auch schon die überraschend saubere "House of Wax"-Neuauflage zu verantworten hatte, ist sehr altmodischer, sehr effektiver und vor allem sehr gelungener Evil-Kid-Horror in der Tradition von "The Omen", "Mikey" oder "Village of the Damned", mit einem kräftigen Schuss 90’s-Psychothriller Marke "Hand That Rocks the Cradle". Und am Schluss wird’s sogar richtig schön bizarr (remember "Sleepaway Camp"?),

Zum offiziellen Kinostart am 22.10.09 verlose ich 2 mal 2 Freikarten zum Film, die ihr in jedem beliebigen Kino einlösen könnt. Dazu genügt es eine Mail an


FromBeyondFilmblog[at]gmail.com


zu schreiben und vielleicht noch eine hübsche Begründung dafür anzugeben, warum ihr den Film sehen möchtet.

Hier geht’s zur offiziellen Website und zum Trailer. Ein freundliches Dankeschön an Kinowelt für die Zusammenarbeit. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Oktober 07, 2009

Zuletzt gesehen: THREESOME

Eine weitere flott inszenierte Tragikomödie über die so genannte Generation X, in der drei Studenten ihre sexuellen (Zu)Neigungen in einem College erforschen. Das Gefühls- wirrwarr produziert dabei verschiedene Konstellationen, bis Lara Flynn Boyle, Stephen Baldwin und Josh Charles es schließlich zu dritt treiben. Da ist der Film dann auch schon wieder vorbei und hat in 90 fürchterlich belanglosen Minuten eine Handvoll dümmlicher Witze und ein, zwei oberflächliche Fragen nach Identität und sexueller Zugehörigkeit in den Raum geworfen – jeden Anflug von Ernsthaftigkeit kommentiert Regisseur Andrew Fleming indes mit albernem Zynismus, während er in Schlüsselmomenten nicht den Mut zu einer gelösten Darstellung aufzubringen bereit ist. Ein schrecklich pubertärer Teenfilm, der sich offenbar sehr erwachsen vorkommt.


30%

Oktober 05, 2009

Zuletzt gesehen: THE PIANO

"The voice you hear is not my speaking voice, but my mind's voice." – Es sind die ersten und bis kurz vor Schluss auch letzten Worte, die wir die Protagonistin in "The Piano" sprechen hören. Denken hören. Verstehen lernen. Jane Campion findet für ihren Film einen anderen Ausdruck, eine andere Sprache: Über die Klänge eines Pianos, Berührungen, Blicke, über eine bis ins Detail feine Bildsprache vermittelt sie Emotionen in diesem stillen Melodram, das in seiner einzigartigen Bild- und Klangkonzeption die simple Handlung weit übersteigt. Ein gefühlvoller, bewegender und intensiver Film, der seine Themen mindestens so feinfühlig wie akkurat verhandelt und dabei auch von den großartigen Leistungen seiner Schauspieler, allen voran Harvey Keitel, lebt.


80%

Zuletzt gesehen: PULP FICTION

Quentin Tarantinos zweite Regiearbeit nach "Reservoir Dogs", die mit ihrer Vorliebe für Gangster- und Heist-Motive sowie einer zeitlich zerstückelten Handlung erneut sichtlich von Kubricks "The Killing" beeinflusst scheint. Wesentlich präziser als im Vorgänger konzentriert sich Tarantino jedoch auf bizarre Figurentypen und absurde Nonsensdialoge, die in ihrer profanen Detailliertheit ebenso faszinieren wie amüsieren. In seinem bereits im Titel aufrichtig verdeutlichten Selbst- verständnis ist "Pulp Fiction" nicht zuletzt wegen seiner ausgestellten Banalität und Bedeutungslosigkeit ein Schlüsselwerk postmodernen Filmemachens, wenn nicht sogar der qualitative Höhepunkt eines Kino der Verweise, die sich permanent gegenseitig auf die Schulter klopfen. Tarantino selbst hat in keinem anderen Film originelle Musikauswahl, gegen den Strich besetzte Schauspieler und irrwitzige Situationskomik so harmonisch und geradezu erfrischend vereinen können – entgegen der Logik eines kenntnisreichen, medial determinierten und von Popkulturcodes durchsetzten Systems, das ständig auf seine Cleverness hinweisen muss.


80%

Oktober 02, 2009

News: THE CRAZIES - Trailer


Trailer zum Remake von George Romeros Virus-Parabel. Mit einem Wort: ätzend.

September 30, 2009

Zuletzt gesehen: FINDING NEVERLAND

Ein hübsche kleinteilige Rekonstruktion der Entstehungs- geschichte Peter Pans, die mehr mutmaßt als hinterfragt und Johnny Depp als zurückhaltenden, sensiblen, schnulzigen Autoren zum Helden eines magischen und unkonventionellen Liebesmärchens erklärt. Inszenatorisch die dichteste, rundeste und schlüssigste Regiearbeit Marc Forsters, formuliert der Film sein Verständnis von der Macht der Fantasie als in den Alltag und die allgemeine Vorstellungskraft eingreifendes Gut jedoch derart naiv, offensichtlich und mitunter platt gefühlsduselig, dass er nie standhalten kann beispielsweise mit den originellen und Erzählstrategien reflektierenden Imaginationsentwürfen Tim Burtons im vergleichbaren "Big Fish".


60%

September 28, 2009

News: A NIGHTMARE ON ELM STREET - Trailer


Prequel, Sequel, Remake - da finden sich nachgestellte Momente aus diversen Fortsetzungen und ganz viel 1:1-Material aus Cravens großem, großem Original. Schlimm mit ansehen zu müssen, wie ein weiterer Lieblingsfilm verschnitten, überstylt und herzlos imitiert wird. Mir graut schlimmes, und ohne Englund habe ich auch gar keine Lust auf Michael Bays Platinum-Dunes-Dünnschiss. Übel.

September 20, 2009

Gewinnspiel: DIE HERZOGIN

Mal was anderes: Wenn das Kino schon nicht viel hergibt derzeit - und es gibt eigentlich gar nichts her - dann kann man sich ja auch mal wieder eine DVD in den Player schieben. Zum Beispiel das etwas untergegangene Kostümdrama "Die Herzogin", das Keira Knightley neben Ralph Fiennes, Dominic Cooper und Charlotte Rampling ein weiteres Mal in prachtvolle Kleider, dekadente Roben oder eng geschnürte Korsetts befördert. Denn keine sieht dabei derzeit so gut aus wie die 24jährige Britin. Jawohl!

Und weil sich auch andere noch von Saul Dibbs Historiendrama über die englische Stilikone des 18. Jahrhunderts Georgiana Spencer überzeugen sollen, verlose ich dreimal eine DVD mit Wendecover zu "Die Herzogin". Dafür genügt es eine Mail an

FromBeyondFilmblog[at]gmail.com

zu schicken - mit etwas Glück melde ich mich zurück und die DVD liegt bald in eurem Briefkasten.


Den deutschen Trailer zum Film gibt's hier zu sehen. Einsendeschluss ist der 27.09.09.