April 16, 2014

Was das Kino von True Detective lernen kann

Serien sind das bessere Kino? Wenn es überhaupt ein Beispiel gibt, das dieser unsäglichen Phrase Gewicht verleiht, dann am ehesten True Detective. Die HBO-Serie gemahnt tatsächlich an Stärken des Kinos, die dort mittlerweile Seltenheitswert haben. 

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April 10, 2014

DVD/BD: AN ANGEL AT MY TABLE (1990)

Glaubt man dem Schauspieler Sam Neill und seinem sehr persönlichen Heimatfilm-Essay "Cinema of Unease", hat das Kino Neuseelands erst spät zu einer eigenen Identität gefunden. Einer Form, und schließlich auch einer souveränen Filmindustrie, die sich mit Roger Donaldsons Politthriller "Sleeping Dogs" erst zögerlich herauszubilden begann, um dann Anfang der 90er Jahre von Jane Campion in die Welt getragen zu werden. [...]

April 09, 2014

Arnold Schwarzenegger und das Ende einer Karriere

Vom Superstar zum Kassengift? Mit seiner Rückkehr aus der Politik ins Kino tut sich Arnold Schwarzenegger merklich schwer. Und das Publikum straft den wiedergekehrten Leading Man des Actionfilms gleich gänzlich mit Ignoranz. Quo vadis, Arnie? 

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April 08, 2014

Kino: SABOTAGE

Mit Arnold Schwarzenegger ist nicht mehr viel los, zumindest an den Kinokassen. Dort verzeichnen dessen Filme inzwischen entweder herbe Verluste ("The Last Stand") oder bleiben weit hinter den Erwartungen zurück ("Escape Plan"). „Sabotage“, der neue kräftig beworbene Arnie-Kracher, bescherte dem einstigen Hitgaranten nun sogar seinen schlechtesten US-Start seit 30 Jahren. Nicht zu Unrecht, wie man leider sagen muss. [...]

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April 07, 2014

Peter Liechti

†63

Mickey Rooney

†93

April 02, 2014

Hardcore-Sex im Mainstream – Ende eines Kinotabus?

Im (Mainstream-)Kino wird Sex für gewöhnlich nur simuliert, also auf eine nicht-explizite Art dargestellt. Dabei spräche auch jenseits des Pornosektors nichts gegen Hardcore-Sex in Spielfilmen. Nicht einmal dann, wenn diese prominent besetzt sind. 

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März 31, 2014

Kino: SNOWPIERCER

Den Zug als Kammerspiel erfindet "Snowpiercer" nicht neu. Und doch nutzt er die lediglich vornheraus einigermaßen dehnbare Enge des Spielortes so wesentlich wie kaum kein anderer Film. Diese Reise vom letzten zum ersten Waggon ist schon deshalb hochinteressant, weil sich hier geradewegs jeder Raum zu einem neuen Bild erschließen muss – als in die waagerechte Bewegung versetzter Genre-Mix, der in jedem Zugabschnitt mit einer neuen Überraschung aufwartet. [...]

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März 26, 2014

Kino: HER

Wird es hier, in einer Geschichte um einen zerstreuten Mann und seine Suche nach Liebe, Sex mit einem Computerprogramm geben? Nicht virtuellen Sex mit einem anderen Menschen, sondern tatsächlich mit einer künstlichen Intelligenz? Und wird diese Idee so inszeniert sein, dass an die Liebe zwischen Mensch und "operierendem System" nicht nur ironische Bedingungen gestellt werden? Der Lächerlichkeit sollen Theodore (Joaquin Phoenix mit Schnauzer) und die Geselligkeitssoftware Samantha (gesprochen von Scarlett Johansson) in jener Szene, in der sie schließlich sehr eng zusammenkommen, wahrscheinlich nicht preisgegeben werden. Weshalb der Film diesen Schlüsselmoment, in dem eine ungewöhnliche, aber bestimmt nicht unwahrscheinliche Beziehung auf ihre realen Möglichkeiten überprüft wird, wohl auch prophylaktisch in ein Schwarzbild rückt. [...]

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März 25, 2014

Kino: OUT OF THE FURNACE

Nichts geht mehr in Braddock, Pennsylvania. Seit die Stahlindustrie in den 70er und 80er Jahren rund um Pittsburgh kollabierte, ist der einstige Wirtschaftswunderbezirk ein gottverlassener Ort. Wer hier noch immer nicht das Weite gesucht hat, so vermittelt es "Auge um Auge" (der bessere Originaltitel lautet "Out of the Furnace"), muss vollständig verloren sein – im endgültigen Abschwung der Fabrik- und Bergwerksüberbleibsel, in Arbeits- und Perspektivlosigkeit, in einer sich verselbstständigten Kriminalität, der niemand Herr werden kann und vielleicht auch gar nicht Herr werden will. [...]

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März 24, 2014

James Rebhorn

†65

März 21, 2014

DVD/BD: CHEAP THRILLS

Für 50 Dollar kann man sich ruhig schon mal eine Ohrfeige geben lassen. Doch wie viel Geld ist einem der kleine Finger wert? Der eigene Stolz? Die Würde des Menschen? In der bitterbösen Komödie "Cheap Thrills" gerinnt ein scheinbar harmloses Wettspiel unter Saufkumpanen zum existenzialistischen Horrortrip. In einem weiteren originellen Genrefilm, der die herausragende Stellung des gegenwärtigen Independentkinos der USA bestätigt.[..]

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März 20, 2014

CGI-Overkill - wenn im Actionkino die Action fehlt

Digital ist besser? Das Actionkino können Tocotronic damit wohl kaum gemeint haben. Wenn CGI die Kunst der Actioninszenierung ersetzt, geht damit auch ein erheblicher Reiz des Genres verloren. Oder hat klassisches Actionkino einfach nur ausgedient? 

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März 19, 2014

Zuletzt gesehen: THE WHISTLER (1944)

Der erste von insgesamt acht Whistler-Filmen, die die in den 40er-Jahren populäre (und zeitgleich ausgestrahlte) Mystery-Radioshow erfolgreich als Kinoserie ergänzten. William Castle, seinerzeit zuverlässiger Auftragsregisseur der Columbia Pictures, drehte insgesamt vier von ihnen, beginnend mit ebendiesem wunderbaren B-Noir, dessen abstruse Geschichte der spätere Gimmick-Maestro fast schon über Gebühr elegant in Szene setzt. Die Low-key-Fotografie zumindest ist exzellent, und Castles Gespür für ebenso unheilvolle wie alberne Details nimmt schon strukturelle Eigenheiten seines ungleich persönlicheren Hauptwerks vorweg. Amüsanter Schlock: Der Antagonist, ein leicht debiler Profikiller, liest gern die "Studies of Necrophobia" und beschließt kurzerhand, den armen Gegenspieler (der sein Auftraggeber ist) via "Scare to Death"-Methodik ins Jenseits zu befördern. Selbst noch die Castle-typischen Schockeffekte haben es in den sonst sehr gesetzten Thriller geschafft, so etwa eine aus der Mülltonne springende Katze den Helden in Schrecken versetzt! Vom ikonischen Pfeifen des Eingangsbildes bis hin zum schön-schraubigen (alles noch fix ins Narrativlot bringenden) Schlussmoment ist "The Whistler" kompaktes, ökonomisches, ganz und gar liebreizendes Studiokino. Castle halt.


70%

März 17, 2014

Zuletzt gesehen: DEAD AND LONELY (2009)

Fünfteilige IFC-Webminiserie über ein Online-Date zweier einsamer Twentysomethings in L.A., geschrieben, inszeniert und produziert von Ti West. In dessen Werk spielt "Dead and Lonely" natürlich nur eine untergeordnete Rolle, ist aber insofern interessant, als keine andere seiner Regiearbeiten (nicht einmal "Trigger Man" und auch nicht sein Beitrag zur ersten "VHS"-Kompilation) derart primäre Mumblecore-Erkennungszeichen bemüht. Betrachtet man Wests 25minütiges künstlerisches Intermezzo als entsprechende Hommage, verweist sie einerseits auf die Verzahnung seines genreverpflichteten Kinos mit den Produktionsverhältnissen der Mumblecore-"Schule" (Urgesteine Joe Swanberg und David Lowery werden hier unter "Production Crew" gelistet, Justin Rice spielt eine der zwei Hauptrollen), bekräftigt aber über die Wahl des Sujets auch Wests Unabhängigkeit von ebendieser: in "Dead and Lonely" ist eine Blutsaugerin (Paige Stark) darum bemüht, ihre Fangzähne beim romantischen Zusammenkommen wie einen Makel zu verstecken – bevor sie das fehlende Spiegelbild nutzt, um doch kräftig zuzubeißen. In der ungewöhnlichen Kombination von klassischem Vampirtopos und Mumblecore-Befindlichkeiten (Hipstergepräge, Brabbeldialoge, "Ästhetik des zufälligen Bildes") gelingt es Ti West selbst noch im Rahmen einer überschaubaren Zwischenarbeit wie dieser, sich als eigenwilliger Auteur zu behaupten.


60%